Was hilft gegen Besenreiser? Die ehrliche Antwort von Hausmitteln bis zur Verödung
Cremes, Hausmittel oder veröden? Was gegen Besenreiser wirklich hilft, was nur vorbeugt, welche Verfahren die Äderchen tatsächlich entfernen und was die Behandlung kostet.
Sie zeigen sich als feine rote, blaue oder violette Äderchen an Oberschenkeln, Kniekehlen und Waden, tun nicht weh und stören trotzdem: Besenreiser gehören zu den häufigsten kosmetischen Anliegen überhaupt, gut die Hälfte aller Frauen und viele Männer kennen sie. Entsprechend groß ist der Markt der Versprechen, von der Venencreme bis zum Hausmittel-Trick. Die ehrliche Antwort auf die Frage, was gegen Besenreiser hilft, hat allerdings eine klare Struktur, und die räumt zuerst mit einer Illusion auf: Sichtbare Besenreiser verschwinden durch keine Creme und kein Hausmittel wieder. Was Pflege und Lebensstil leisten können, ist Vorbeugung, was sie tatsächlich entfernt, sind zwei bewährte medizinische Verfahren. Dieser Ratgeber sortiert alle Stufen, inklusive Kosten und der wichtigen Frage, die vor jeder Behandlung geklärt gehört.
Was sind Besenreiser?
Besenreiser sind kleinste, direkt unter der Hautoberfläche liegende Venen, die sich dauerhaft erweitert haben und dadurch sichtbar geworden sind. Ihr Name stammt von der verzweigten Form, die an ein Reisigbündel erinnert. Von Krampfadern unterscheiden sie sich durch Größe und Tiefe, denn Krampfadern betreffen größere Venen, treten geschlängelt hervor und sind ein medizinisches Thema, während Besenreiser in den allermeisten Fällen harmlos sind und ein rein ästhetisches. Ein Zusammenhang besteht trotzdem: Besenreiser können ein frühes Zeichen einer allgemeinen Bindegewebs- und Venenschwäche sein, weshalb sich bei ausgeprägten Befunden ein Venencheck lohnt, dazu unten mehr.
Die Ursachen ähneln denen vieler ästhetischer Themen. An erster Stelle steht die Veranlagung, denn die Stabilität von Venenwänden und Bindegewebe ist erblich. Dazu kommen hormonelle Einflüsse, weshalb Schwangerschaften und hormonelle Umstellungen Besenreiser begünstigen, langes Stehen oder Sitzen im Alltag, zunehmendes Alter und Übergewicht. Wer die Äderchen von Mutter oder Vater kennt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls entwickeln, unabhängig vom Lebensstil.
Die ehrliche Einordnung: Was Hausmittel und Cremes können
Hier verläuft die wichtigste Grenze des Themas. Ein einmal erweitertes Äderchen zieht sich nicht wieder zusammen, seine Venenwand hat ihre Spannung dauerhaft verloren. Deshalb kann keine Creme, kein Rosskastanien-Extrakt, kein rotes Weinlaub und keine Wechseldusche einen sichtbaren Besenreiser entfernen, und jedes Produkt, das genau das verspricht, verspricht zu viel. Venencremes und -kapseln können das Gefühl schwerer Beine lindern und werden von vielen als angenehm empfunden, an der Optik ändern sie nichts.
Was Hausmittel und Lebensstil dagegen wirklich leisten, ist Vorbeugung und Verlangsamung. Regelmäßige Bewegung aktiviert die Muskelpumpe der Beine, die die Venen entlastet, Venengymnastik und Treppensteigen wirken im Alltag, Wechselduschen trainieren die Gefäßspannung, ein gesundes Gewicht reduziert den Druck auf die Beinvenen, und langes regungsloses Stehen oder Sitzen wird durch Positionswechsel und gelegentliches Hochlegen der Beine entschärft. Wer beruflich viel steht, profitiert von Kompressionsstrümpfen. All das verhindert oder verzögert neue Besenreiser, die vorhandenen bleiben davon unbeeindruckt. Für den Übergang bleibt das Kaschieren, denn wasserfeste Camouflage und Selbstbräuner machen die Äderchen optisch nahezu unsichtbar, ganz ohne Risiko.
Besenreiser entfernen: Die zwei wirksamen Verfahren
Wer die Äderchen tatsächlich loswerden will, hat zwei etablierte Wege, beide ambulant und ohne Ausfallzeit im eigentlichen Sinn.
Die Verödung (Sklerotherapie)
Der Goldstandard für Besenreiser an den Beinen. Dabei spritzt die Ärztin oder der Arzt mit einer sehr feinen Nadel ein Verödungsmittel direkt in die erweiterten Äderchen, das die Innenwände verklebt. Das Gefäß wird vom Körper über Wochen abgebaut, das Blut fließt über gesunde Venen ab. Eine Sitzung dauert 15–30 Minuten, für ein sauberes Ergebnis sind je nach Ausprägung meist 2–4 Sitzungen nötig, danach werden für einige Tage bis Wochen Kompressionsstrümpfe getragen. Vorübergehende Rötungen, kleine Blutergüsse und bräunliche Verfärbungen entlang der behandelten Äderchen sind normal und verblassen in der Regel über Wochen bis Monate.
Das Lasern
Bei sehr feinen, oberflächlichen Äderchen und überall dort, wo die Nadel unpraktisch ist, etwa im Gesicht, kommt der Gefäßlaser zum Einsatz. Das Laserlicht wird vom Blutfarbstoff aufgenommen, erhitzt das Gefäß gezielt und verschließt es, ohne die umgebende Haut zu verletzen. Auch hier sind meist mehrere Sitzungen nötig, und konsequenter Sonnenschutz auf den behandelten Arealen ist danach Pflicht. Welche Methode passt, entscheidet der Befund, häufig werden beide kombiniert, die Verödung für die kräftigeren, der Laser für die feinsten Äderchen.
Erst der Venencheck, dann die Behandlung
Der wichtigste Qualitätsmarker einer seriösen Behandlung kommt vor der ersten Spritze: eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen. Denn wenn hinter den Besenreisern eine unentdeckte Schwäche der tieferen Venen steckt, sind die Äderchen nur das sichtbare Ende des Problems, und wer sie verödet, ohne die Ursache zu behandeln, sieht sie in kurzer Zeit wiederkommen. Phlebologen und venenerfahrene Hautärzte machen diesen Check standardmäßig, und wer in einer Praxis ohne jede Voruntersuchung direkt behandelt wird, sollte das Angebot hinterfragen.
Was kostet es, Besenreiser entfernen zu lassen?
Die Verödung liegt je nach Region und Umfang meist bei 80–150 Euro pro Sitzung, bei den üblichen 2–4 Sitzungen also gesamt etwa 160–600 Euro. Laserbehandlungen bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung pro Sitzung, teils etwas darüber. Da Besenreiser als kosmetisches Anliegen gelten, sind beide Verfahren Selbstzahlerleistungen, die Krankenkasse übernimmt nur die Behandlung medizinisch relevanter Venenleiden wie Krampfadern, nicht die ästhetische Entfernung der Äderchen. Der vorgeschaltete Venencheck kann dagegen bei entsprechendem Verdacht eine Kassenleistung sein.
Was hilft gegen Besenreiser in der Schwangerschaft?
Schwangerschaften sind einer der häufigsten Auslöser, denn Hormonumstellung, zusätzliches Blutvolumen und der Druck auf die Beckenvenen belasten das Venensystem gleich dreifach. Die gute Nachricht: Ein Teil der in der Schwangerschaft entstandenen Besenreiser bildet sich in den Monaten nach der Geburt von selbst zurück. Behandelt wird deshalb grundsätzlich erst danach, frühestens einige Monate nach Geburt und Stillzeit, wenn sich das Venensystem stabilisiert hat. Während der Schwangerschaft helfen Kompressionsstrümpfe, Bewegung und Beine hochlegen, sowohl gegen das Schweregefühl als auch vorbeugend.
Wann Besenreiser zum Arzt gehören
Für sich genommen sind Besenreiser harmlos. Ärztlich abklären lassen sollte sie, wer zusätzlich unter schweren, geschwollenen oder schmerzenden Beinen leidet, sichtbare Krampfadern entwickelt, Hautveränderungen an den Unterschenkeln bemerkt oder bei wem die Äderchen ungewöhnlich schnell und großflächig zunehmen. Das sind mögliche Zeichen einer behandlungsbedürftigen Venenschwäche, und die gehört zum Phlebologen, bevor über Ästhetik gesprochen wird.
Häufige Fragen
Gehen Besenreiser von allein wieder weg?
In aller Regel nein. Einmal erweiterte Äderchen bleiben sichtbar, eine Ausnahme sind schwangerschaftsbedingte Besenreiser, die sich nach der Geburt teilweise zurückbilden können.
Was kostet es, Besenreiser entfernen zu lassen?
Die Verödung kostet etwa 80–150 Euro pro Sitzung, bei meist 2–4 Sitzungen gesamt rund 160–600 Euro. Laserbehandlungen liegen ähnlich. Beides sind Selbstzahlerleistungen.
Hilft eine Creme gegen Besenreiser?
Gegen sichtbare Äderchen nein. Venencremes können das Beingefühl verbessern, entfernen aber kein erweitertes Gefäß. Wirksam kaschieren lassen sich Besenreiser mit Camouflage oder Selbstbräuner.
Heißt es Besenreiser oder Besenreiter?
Besenreiser, mit s. Der Name leitet sich vom Reisigbündel ab, dessen verzweigter Form die Äderchen ähneln, nicht vom Reiten. Die Falschschreibung ist allerdings so verbreitet, dass Suchmaschinen sie stillschweigend korrigieren.
